Stadtwappen der Domstadt Meißen

    Von der Dom-Stadt Meißen

Der 20. Jubiläums MMMM 2010, der
längste Marathon auf der Elbe,
startete in Meißen bei idealen
Bedingungen. Wieder organisiert
durch die beiden Dom-Stadt-Vereine

Sportgemeinschaft
Kanu-Meißen e. V.


Kanu Klub Börde
Magdeburg e. V.


    Der 20. MMMM am 05.+06.06.2010
Ein echter Jubiläums-Traum  


Paddelln durch Roßlau

Beim 243-km-Jubiläums-Marathon hieß es:
paddeln und genießen !

 

Und hier einige Impressionen

Fotos
Fotos


Stadtwappen der Domstadt Magdeburg       

zur Dom-Stadt Magdeburg     

Der Jubiläums-MMMM 2010 endete in
Magdeburg, immer noch bei idealsten
einmaligen Traum-Bedingungen.

Diesmal verwöhnten die Wettergötter die Teilnehmer mit Bedingungen,
die es in 20 Jahren noch nicht gab:

Paddelbegeisterung pur


Marathon
Boote liegen bereit (+)
Bootshaus Meißen
Im Bootshaus Meißen (+)

Zum 20. Mal der MMMM und um es vorweg zu sagen: es war ein Traum. Ankunft am Freitag wie immer. Die meisten Kanuten kennen sich. Diesmal sind aber etliche MMMM-Neulinge dabei, so z. B. Steffen und Sebastian (Vater und Sohn) aus Dorsten (Freie Kanufahrer Marl - Sebastian mit 15 Jahren diesjähriger jüngster Teilnehmer) oder zwei Paddelfreunde aus Dresden und Pirna. Bei der Anmeldung (in diesem Jahr 52 Kanuten - nach 1999 die zweithöchste Teilnehmerzahl) gibt es ein Erinnerungs-T-Shirt und einen großen Bootsaufkleber. Die Fahrteneinweisung folgt kurz nach 20:00 Uhr - also alles wie immer. Selbst die Stralsunder, die sonst immer erst sehr spät ankamen, sind diesmal schon da. Aber etwas ist anders, als bei allen bisherigen MMMM-Veranstaltungen: der Wasserstand. Noch nie war er so hoch wie diesmal. Der Elbe-Radwanderweg, vor der Bootshauseinfahrt in Meißen noch benutzbar, verschwindet wenige Meter weiter stromab in der Elbe. Der Pegel in Meißen erreicht am Samstag früh "wunderschöne" 518 cm (siehe dazu auch "Statistisches" auf der MMMM-Startseite). Und weiter wird er in Meißen diesmal nicht steigen - wir starten also auf dem Scheitelpunkt.

Hochwasser
Leichtes Hochwasser ? (+)


Da Petra gesundheitsbedingt nicht mit mir im Zweier starten kann, fahre ich wieder Einer und hoffe, diesmal nicht wie ein Jahr zuvor mit argen Problemen vorzeitig die Fahrt beenden zu müssen. Als ich 4:50 Uhr ablege, bin ich nicht der erste Paddler auf dem Wasser. Eine Messung erstaunt mich: die Fließgeschwindigkeit der Elbe beträgt 8 km/h, und so ist ein lockerer 15er Schnitt paddelbar. In Riesa erstaunen mich die 17 km/h, die ich durch die Brücke paddle, obwohl ich gar nicht sprinte. Der Wind, am Samstag mit ca. 2 Bft. aus Süd meint es auch mehr als gut, und über fehlende Sonne kann auch niemand klagen, ohne dass die Temperatur zu hoch wird. Es ist Paddelspaß pur. Da macht auch der doppelte Kilometer 121 / 121A keinen Verdruss.

Anlanden in Torgau
Zwischenstopp nach 75 km in Torgau (+)

In Torgau nach knapp 75 km ist auch etwas anders: das Anlanden ist diesmal ohne Probleme möglich. Die Boote sind schnell auf der Wiese. Die Torgauer Sportfreunde haben sich wieder auf den MMMM eingerichtet: Suppe, Würstchen, Kaffee - alles steht bereit. Vielen Dank, liebe Torgauer Sportfreunde. Wie immer paddeln einige Sportfreunde gleich weiter, viele andere nutzen die Verpflegungspause. Ich habe diesmal gar keine gesundheitlichen Probleme und freue mich auf die nächsten 45 km bis Elster. Zu bemerken ist noch ein positiver Umstand für uns Paddler: wegen des hohen Pegels sind die meisten Gierfähren außer Betrieb. Nur die Fähre in Prettin ist "aktiv", dafür müssen aber die Autos bereits durch das Wasser fahren, um auf die Fähre zu gelangen. Außerdem fahren wir vor der "Flut" her, denn hinter uns steigt jetzt der Wasserstand noch leicht an (in Elster kommen wir bei Pegel 423 cm an - am nächsten Morgen starten wir bei 447 cm)

Zwischen Torgau und Elster habe ich zwei längere Gespräche über Themen, über die sich Paddler halt unterhalten: zum Einen mit Andreas aus Brandenburg und 10 km vor Elster mit Antje aus dem hohen Norden. Ich erwähne es, weil ein Paddler im Boot mit Sonnenbrille und Mütze oft ganz anders wahrgenommen wird, als gewöhnlich ohne diese "Verkleidung". Nach dem Umziehen und Duschen in Elster wollen beide Gesprächspartner nichts mehr davon wissen, sich mit mir unterhalten zu haben. Petra wird von Antje sogar gefragt, wo ich denn abgeblieben sei, sie hat mich auf dem Wasser gar nicht wahrgenommen. Antje, Andreas und ich einigen uns darauf, in Zukunft uns in erster Instanz an den Bootsnamen zu identifizieren.

Elster
Elster - die ersten 120 km geschafft (+)


In Elster selbst ist das Anlegen diesmal auch eine Pracht: raus aus dem Boot und schon liegt es auf der Wiese. Der Zeltplatz selbst ist nicht vom erhöhten Wasserstand betroffen. Nachdem die Zelte stehen, die Schlafsäcke ausgerollt sind und die Kleiderordnung ein wenig zivilisierter ist als im Boot, geht es in eines der vielen Lokalitäten in Elster zum Essen. Petra und ich schließen sich einer Berlin-Brandenburger Gruppe an und gehen zum Fährhaus mit griechischen Spezialitäten. Hier erwartet uns noch eine MMMM-Einmaligkeit: gegen 19:30 Uhr kommt MIA an. MIA ist ein selbst gebautes Faltboot mit einem Paddler aus Dresden. Die Spannten sind selbst ausgesägt, die Bootshaut ist selbst geklebt, einen Süllrand gibt es nicht. Eigentlich sieht das Boot aus, als wäre es noch nicht fertig. Auf der Teststrecke von Dresden nach Meißen war auch noch nicht alles dicht. In Meißen war deshalb noch einmal Lecksuchen und Abkleben angesagt. Als MIA das Fährhaus auf der Elbe passiert, klatschen wir Paddler Beifall.
Inzwischen hat Thomas aus Schönburg/Saale seine Olivenkerne exakt am Tellerrand positioniert und Holger etwas gegessen, das er sehr lobt, obwohl der Anblick des Gerichtes eher nicht zu einem Jubelsturm animiert.

Liberté
Flusskreuzfahrtschiff Liberté in Wittenberg (+)


Wie immer ist die Nacht kurz. Viele schlafen so fest, dass sie das Feuerwerk um Mitternacht gar nicht hören (Stadtfest). Um 5:00 Uhr geht es weiter. Wieder ein Traumtag. Der Wind heute leicht aus Südost, viel Sonne und eine sehr angenehme Paddeltemperatur. In Wittenberg-Piesteritz passieren wir einen ungewöhnlichen Elbegast: das Flussfahrtschiff "Liberté". Das Schiff wurde 1935 in Holland gebaut, wurde 1986 und 2004 modernisiert und ist seit dem als luxeriöses Kreuzfahrtschiff mit nostalgischem Charme für 12 (zwölf !) Passagiere auf europäischen Flüssen und Seen unterwegs.

Kurz hinter Coswig lande ich kurz an - wie schon öfter an einer gemähten Stelle, wo die Schiffahrtzeichen und Kilometrierungsschilder stehen. Es ist ein Wechsel der Bekleidung und natürlich Eincremen mit Sonnenschutz angesagt. Dazu lege ich meine Uhr auf den Betonsockel des Schildes - und vergesse sie natürlich.

Zwischenbemerkung:
Als ich am Montag früh (nur 14 Autokilometer vom Wohnort entfernt) hinfahre, ist die Uhr weg: der Sockel steht bereits ca. 20 cm unter Wasser.

Raucherpause
Antje und Hartmut zwischen Coswig und Roßlau (+)


Die Weiterfahrt nach Roßlau gleicht wieder einem Traum. Natur pur - beste Bedingungen. Ich vermisse mal wieder die 4 Schornsteine des Kraftwerkes Vockerode: das ehemals weithin sichtbare Wahrzeichen dieser Gegend für uns Paddler. Sie wurden am 22.09.2001 gesprengt. Viele der MMMM-Teilnehmer werden die 4 Riesen noch kennen. Heute steht hier nur noch das große Kesselhaus, in dem hin und wieder anspruchsvolle kulturelle Veranstaltungen stattfinden. So zuletzt das fantastische Tanzspektakel "Marquis de Satre" der Gregor Seyffert Compagnie (2008 und 2009), das viele Tausend Besucher begeisterte.

In Roßlau empfängt uns eine "Christo-Verhüllung": Die Eisenbahn-Elbbrücke wird generalüberholt und ist komplett eingehüllt. Ein einmaliger, imposanter Anblick, den die meisten Paddler wohl nie wieder erleben werden.

Und gleich hinter der verhüllten Elbbrücke stehen die guten Geister schon wieder: wie schon am Vortag ist die Begleitmannschaft immer auf der Höhe des Geschehens. In diesem Jahr wird Ruppi von Udo aus Meißen, sowie von Petra und einer Sportfreundin aus Dresden begleitet. Aber diesmal gibt es im Gegensatz zum Vorjahr fast nichts zu tun. Von den 52 gestartetet Teilnehmern gibt nur ein Paddler vorzeitig in Wittenberg auf. Dem Dresdner Sportfreund mit seinem Eigenbau MIA wird in Roßlau nahe gelegt, die Fahrt zu benden, da die Überwachung seiner langsamen Fahrt durch die Veranstalter aus Zeitgründen nicht mehr gewährleistet ist und damit ein erhebliches Sicherheitsrisiko besteht. Der mutige Paddler hat ein Einsehen und wird samt Boot zum Bahnhof gebracht.

Eisenbahnbrücke in Roßlau
Die Eisenbahnbrücke in Roßlau wird saniert

Da sich unsere Wohnung nur ca. 600 m vom Elbufer entfernt befindet, wäre ein Beenden der Fahrt ein Leichtes, aber daran ist heute beim besten Willen nicht zu denken. Nach einem kurzen Plausch geht es sofort weiter.

In Köthen selbst sind die Sportfreunde ebenso wie in Torgau wieder auf die MMMM-Teilnehmer eingestellt. Hier findet die letzte Verpflegungsrast vor Magdeburg statt - auch den Köthener Sportfreunden ein großes Dankeschön.


NSG Mittlere Elbe
Kernzone des Biosphärenreservates Mittlere Elbe zwischen Steutz und Breitenhagen


Nach Aken kommt (wie immer) die Kernzone des Elbebiosphärenreservates. Ich genieße die 4,5 km lange, gerade Strecke (km 280 - 284). Bei spiegelglattem Wasser und einer Elb-Fließgeschwindigkeit von 6,5 km/h paddele ich bei leichtem Rückenwind und viel Sonne ausnahmsweise mit MP3 im Ohr: Pink Floyd - "Wish You Were Here". Ein Traum.

Schiffsverkehr
Schiffsverkehr (+)


Im Gegensatz zu den vorjährigen Veranstaltungen kommen uns in diesem Jahr mehrere Schiffe entgegen. Die Wellen halten sich bis auf die von einer Schubeinheit im Rahmen und die Schiffer winken fast alle freundlich zurück. Sonne schafft gute Laune.

Bei km 300 ist wegen des hohen Wasserstandes die Kilometertafel zum Greifen nahe. Sonst muss man sie mehr oder weniger suchen, diesmal paddle ich bis direkt an das Schild. Die letzte ruhige Minute. Ab jetzt ist Motorboot- und Jetski-Revier bis Magdeburg angesagt. Es wir welliger. Auch für die zwei gestarteten 2er Canadier wird es etwas ungemütlicher, aber alle drei Boote erreichen Magdeburg.

MAX
Peter am Ziel in Magdeburg (+)



Am Ziel sehen die Paddler in diesem Jahr bei weitem nicht so erschöpft aus, wie es früher manchmal vorkam. Einige steigen sogar aus ihrem Boot, als ob sie nur einen kleinen Ausflug gemacht hätten. Die Mehrzahl der Teilnehmer allerdings tun sich beim Aussteigen im ersten Moment wie immer etwas schwer:

auch bei besten Bedingungen müssen die 243 km erst einmal gepaddelt werden.

Aber wie immer stehen jede Menge Helfer bereit. Viel früher als sonst sind die letzten Paddler und Canadierfahrer eingetrudelt.

Es gibt Kuchen und Kaffee, die allgemeine Stimmung ist sehr gut. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Organisatoren, besonders an Ruppi vom KK Börde Magdeburg und Udo von der SG Kanu Meißen. Ihr Einsatz vor und während dieser echt einmaligen Kanuveranstaltung auf der Elbe trug auch in diesem Jahr zu dem großartigen Erfolg bei.

Es war eine sehr schöne, gelungene Jubiläumsveranstaltung. Gleiche oder bessere Wetterbedingungen wird es zu einem MMMM wohl nie geben, aber man soll ja nie nie sagen.





Mit meinen Berichten und Bildern über den MMMM versuche ich seit einigen Jahren, diese Veranstaltung noch bekannter zu machen und die Kanuten für die Schönheit unseres Heimatflusses Elbe zu sensibilisieren. In vielen Fällen scheint es mir auch gelungen zu sein. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die vielen lobenden Worte und Mails bei allen Paddelfreunden.

Mittlerweile kann in 5 ausführlichen Berichten (2006 -2010) und in einer (fast) kompletten Statitik vieles nachgelesen werden. Für die "alten Hasen" eine Menge Erinnerungen, für Neulinge eine Aussicht, was sie erwartet.

Man sieht sich auf dem Wasser.


Tschüß aus Roßlau/Elbe sagen Hagen und Petra

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