von Dom
Von der Dom-Stadt Meißen

Zum 17. Mal organisierten die beiden Dom-Stadt-Vereine

Sportgemeinschaft
Kanu-Meißen e. V.

und
Kanu Klub Börde
Magdeburg e. V.

die große "Elbe-Schindertour".


    Der 17. MMMM am 09.+10.06.2007  

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Impressionen vom 17. MMMM 2007

Fotos
Fotos


zu Dom
zur Dom-Stadt Magdeburg

Und wieder ist an dieser Stelle den Organisatoren ein großes Lob auszusprechen für die hervorragende Organisation sowie die vorbildliche Begleitung und Betreuung der Kanuten während der 243 zu paddelnden Kilometer.

 


Anmeldung
Kein Neuling: Hartmut bei der Registrierung

Den Anfang dieses Kurzberichtes könnte ich glattweg vom vorigen Jahr kopieren und Details aktualisieren: Treffpunkt am Freitag (08.06.2007) in Meißen am Bootshaus. Petra und ich nahmen an diesem Event zum 5. Mal teil. Insgesamt waren in diesem Jahr 48 Kanuten (immerhin 15 mehr als 2006 !!!) voller Energie angereist. Die äusseren Bedingungen waren wieder sehr gut, aber hatten auch ihre Tücken: der sehr niedrige Wasserstand der Elbe unterstützte durch die niedrige Fließgeschwindigkeit (etwas über 3 km/h) die Sportler wesentlich weniger als im Vorjahr. Dazu kam eine Höllenhitze, bei der man laut gut gemeinter Hinweise aus Radio und Fernsehen sich im Freien nicht sehr anstrengen und sich möglichst im Schatten aufhalten sollte. Aber der Wind war entgegen den Voraussagen für den Sonntag mit uns gnädig - bis auf eine kleine Ausnahme in Elster; aber dazu später.

Da die meisten Teilnehmer "Wiederholungstäter" waren, gab es in Meißen zwischen vielen Kanuten ein herzliches Wiedersehen und natürlich auch viel zu erzählen. Nach dem sich alle Teilnehmer registriert hatten wurde um 20 Uhr durch den Fahrtenleiter, dem Sportfreund Bernd Haberland vom KK Börde, die Fahrteneinweisung durchgeführt (Berufsschifffahrt, Fährbetrieb, Naturschutz, wichtige Rufnummern u. ä.). Es wurde auf die Einfahrt zum Bootshaus des KK Börde in Magdeburg bei km 323 hingewiesen, auch darauf, dass es eventuell zum "Wasserwandern" wegen zu niedrigem Wasserstand kommen könnte.

Einweisung
Dr. Volkmar Leipner gibt Gesundheitshinweise

 

Diesmal wurde zusätzlich durch Dr. Volkmar Leipner, dem begleitenden Arzt auf unserer Fahrt, besonders auf die heiße Witterung hingewiesen. Fazit: Viel, viel trinken, am besten Selters, um Flüssigkeits- und Mineralmangel vorzubeugen. Dazu den Oberkörper und den Kopf vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen.

Und wieder begann die Nachtruhe beizeiten, und wieder war am nächsten Tag eine Großveranstaltung neben dem Bootshaus mit Stern Meißen, Electra und Co., und wieder wurde der Sound- und Lichtcheck bis nach 1 Uhr durchgeführt. Aber wir kennen das ja schon: Stöpsel in die Ohren und Augen zu.

Diesmal waren kurz vor 4 Uhr die ersten Frühaufsteher im Waschraum. Kurz vor 5 Uhr setzten die ersten Boote ein. Diesmal waren um 6:30 Uhr die Letzten auf dem Wasser. Die offizielle "Begleitmanschaft", die in diesem Jahr aus den Sportfreunden Christel Rosseburg, Nobert Rupp und dem Teamarzt Dr. Volkmar Leipner bestand, hatten es in diesem Jahr wegen der drückenden Hitze auch nicht so leicht. Trotzdem kam an jeder Passierstelle die Frage vom Arzt: "Wie geht es? Alles in Ordnung?" Und diese Fragen waren bei dieser Witterung auch berechtigt. Denn nicht alle eingeschriebenen Teilnahmer kamen in Elster und in Magdeburg an. Ob sie zwischendurch ausgebootet haben, ist nicht bekannt, denn eine telefonische "Abmeldung" erfolgte auch nicht. Aber passiert ist ihnen nichts, denn sie haben telefonisch bei Bernd Haberland ihre Urkunden angefordert - da frage ich mich: was soll das? Alle in Magdeburg angekommenen Sportler haben ihre Urkunden über die erfolgreiche Teilnahme am 17. MMMM (243 km gepaddelt) persönlich erhalten.

 

 

Die "Mittagspause" am ersten Tag war wieder in Torgau nach 74 gepaddelten km. Ein großer Dank an die Torgauer Sportfreunde - sie waren wieder sehr gut vorbereitet und sehr freundlich. Ab jetzt wurden Zeit und Arme immer länger. Ohne jeden Höhepunkt sollte dieses erste Teilstück nicht zu Ende gehen: ein Unwetter in der Region Elster: Sturmböen. Da hieß es nur: Paddel festhalten und kämpfen. Aus einer glatten Elbe wurde innerhalb einer Minute ein wilder Fluß, auf dem man sich mit dem Paddelboot nicht wagen würde, wenn man noch an Land wäre. Aber wir (Petra und ich zumindest) waren mittendrin. Nach 1,5 km Kampf war es geschafft, und wir auch.

In Elster
Abendessen in Elster

Diesmal waren alle Teilnehmer auf den ersten 120 km nach Elster, egal wann sie dort ankamen, ca. 1 Stunde länger unterwegs als im Vorjahr. Der Grund war die geringe Fließgeschwindigkeit der Elbe (am zweiten Tag analog).

Nach dem Duschen in Elster begann die kurze Entspannungsphase, denn am Folgetag ging es für die meisten MMMM-Teilnehmer auf die nächsten 123 km. Hinter dem Bootshaus in einer kleinen Gaststätte konnten wir recht preiswert Essen. Einer der Sportfreunde konnte sogar kostenlos trinken, weil die freundliche Bedienkraft, wahrscheinlich wie wir auch unter Kräfteschwund leidend, eine Trommel Flüssigkeit auf die frischen Kleidungsstücke abgoß - oder sollte es "Körperkühlung" sein, aber so mitgenommen sah der Paddler nun auch nicht aus. Und da es ein klebriger Mix aus Bier und Radler war, mussten die letzten Reserven an Bekleidung herausgekramt werden.

Am zweiten Tag war der erste Kontrollpunkt in Coswig, der zweite diesmal in Roßlau. Hier hatten sich einige Sportfreunde des RPV eingefunden, um die Teilnehmer des 17. MMMM, insbesondere ihre 4 Roßlauer Sportfreunde, anzufeuern oder zu bemitleiden - beides trifft wohl zu. Der letzte Kontrollpunkt vor dem Ziel war in Aken. Nun waren es noch 50 km zu paddeln, wiedermal die schwersten des MMMM. Schiffsverkehr gab es wegen des niedrigen Wasserstandes fast gar nicht, dafür aber recht gefährlich agierende Jetski-Fahrer, noch einen Tick rücksichtsloser als im Vorjahr.

Wasserwandern
"Wasserwandern" kurz vor dem Bootshaus KK Börde in Magdeburg

Bei 323 verließen wir die Elbe. Der erste "Schnellpaddler" war bereits 16 Uhr in Magdeburg. Holger hätte sich gewiss mehr Zeit gelassen, aber als durchtrainierter Marathonläufer und Skilangstreckler gab er Gas, damit er seinen Zug nach Berlin um 18 Uhr rechtzeitig schaffte. Wir vier Roßlauer kamen gegen 18:00 in Magdeburg an. Die kurze Strecke zum Bootshaus allerdings hatte es diesmal auch in sich. Wie immer ganz links in dem alten Elbarm fahrend, war bald der ausgebaggerte Teil zu Ende und wir mussten raus aus dem Boot und eine Sanbank überwinden. Die letzten Meter war paddeln wieder möglich und auf dem Bootssteg wurden wir (und auch die Paddler vor und nach uns) von Volkmar und seinem Fotoapparat begrüßt. Einige waren schon da, viele kamen nach uns an.

Wie wichtig die Einweisung in Meißen ist, zeigte sich bei einigen Neulingen der Fahrt. Ob sie die Einweisung verpasst haben oder nicht aufmerksam waren, sei dahingestellt. Sie haben jedenfals die gesamte Fahrt geschafft, aber noch mehr: als sie nämlich bei ca. Elbe-km 325 beim Fahrtenleiter Bernd Haberland anriefen, wie sie denn nun zum Bootshaus kommen, da war die "Freude" natürlich groß, als sie hörten, dass sie bis zum Elbe-km 323 wieder zurück stromauf paddeln müssten, um dann abzubiegen in die alte Elbe zum KK Börde. Das passiert ihnen sicherlich nur ein einziges Mal.

Fahrtenstempel und Urkunden
Der Lohn: Fahrtenstempel und Urkunde




In diesem Jahr konnten Petra und ich leider nicht so viele Fotos machen, da wir die gesamte Strecke mitgepaddelt sind. Die Erinnerungen allerdings werden bleiben. Es gab wieder viele nette Begegnungen und interessante Gespräche. Eine "Teilnehmerüberraschung" wie im vorigen Jahr (die kleine, signierte digitale Uhr) gab es in diesem Jahr nicht, dafür wurde allen Kanuten, die den 17. MMMM in Magdeburg nach 243 km erfolgreich beendet haben, eine Erinnerungsurkunde mit originalen Stempeln und Unterschriften der beiden veranstaltenden Vereine persönlich übergeben.



Und wer noch nicht dabei war, den treffen wir gewiß 2008, oder?

 








Und auch in diesem Jahr wie schon 2006 nach dem "offiziellen Teil" wieder ein persönlicher Erinnerungsbericht an den 17. MMMM 2007.

Viel Spaß beim Lesen.




Zweier paddeln macht Spass!


Mein persönlicher Erinnerungs-Bericht
vom 17. MMMM 2007


Abfahrt
Petra, ich (Hagen), Silke, Uwe, Carola, 2 Boote, viel Gepäck
und ein Opel-Astra Combi

Heute vormittag habe ich ein wunderschönes Buch gelesen, oder besser verschlungen: "Die Arktis im Kajak" von Hans Memminger (Von Grönland nach Kanada 2400 km durch das Eismeer). Da relativiert sich der MMMM urplötzlich, wenn man liest, dass die 4 Herren bis zu 17 Stunden im Einer saßen und mit Sturm und Kälte und natürlich ums Überleben kämpften. Trotzdem bin ich stolz darauf, den MMMM zum wiederholten Mal erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Dabei war die Teilnahme alles andere als gesichert: ein Transportproblem. Mit zwei Zweiern wollten Uwe, Carola, Petra und ich diesmal teilnehmen. Wir haben deshalb bereits am Freitag ein Auto für den Rücktransport nach Roßlau in Magdeburg abgestellt. Aber wie nach Meißen kommen. Da wir alle am Montag "arbeitsbereit" sein mussten, fiel die Variante selbst zu fahren und danach das Auto in Meißen wieder abzuholen aus. Ein glücklicher Zufall war es, als sich ganz spontan unsere Freundin Silke vom Roßlauer PV anbot, uns zu fahren. Also mit zwei Zweiern auf und 5 Personen sowie 2 x komplette Campingausrüstung und massenhaft Getränke im Opel Astra Combi ab nach Meißen. Nochmals ein großes Dankeschön an Silke.

Safari-Kappe
Petra im Safari-Look

Mit dem Alter werden die Vorbereitungen auf solch eine Fahrt auch immer penibler, man will es schließlich schaffen. Immerhin bringen wir beide in diesem Jahr zusammen 111 Jahre in unseren Zweier. Also haben Petra und ich uns mit fast 20 l Wasser eingedeckt, dazu solche Kleinigkeiten wie Traubenzucker, Magnesium, Vitamin E und einige "Muskel-Sälbchen" wie Finalgon und Voltaren. Die Jüngeren werden lachen, aber es hat uns bestens geholfen. Dazu haben wir erstmalig unsere Safari-Mützen mit Nackenschutz getragen. Auch das war gut, denn die Hitze war fast unerträglich und den Nacken haben wir uns trotz Sonnencreme schon oft genug verbrannt.

Viele der am 17. MMMM teilnehmenden Sportfreunde kannten wir aus früheren Jahren. Es gab viel zu plaudern. Einige konnte ich zuerst nicht so recht zuordnen. Aber mein Gedächtnis für Bootstypen und Bootsnamen funktioniert, und siehe da, auf einmal kannten wir fast alle.

Friedrich aus Rotenburg erzählte uns, dass Hero, sein langjähriger MMMM-Mitstreiter in diesem Jahr nicht mitfahren konnte. Norbert aus Magdeburg fuhr wieder den Begleittransporter. Eigentlich wollte er schon in Schweden sein, aber sein Fahrzeug hatte eine Woche zuvor den Geist aufgegeben und war noch nicht wieder einsatzbereit. Also fuhr er den Begleittransporter und Bernd, der eigentlich fahren sollte, konnte mitpaddeln. Antje und Hartmut überraschten mit ihrem kleinen neuen Bodengrill, der auch wirklich hervorragend funktionierte. Auch Holger aus Berlin war wieder dabei. Aber Meißen-Magdeburg war ihm zu wenig, deshalb kam er wieder aus dem Elbsandsteingebirge nach Meißen. Mit dem Faltboot und der An- und Abreise per Zug hatte er nicht diese Probleme mit dem Transport wie wir. Dazu dann noch die zwei "Schnellpaddler" Holger und Volker aus Brandenburg, die erstmals etwas gesprächiger waren als in den Jahren zuvor.

Die Nacht in Meißen war wie im Vorjahr: kurz und relativ laut. Die große Bühne, gleich neben unserem Zelt hinter dem Zaun wurde für ein Großevent vorbereitet. Aber die Ton- und Lichtproben kannten wir schon, also schliefen wir einfach ein.

Pause km 131
Pause bei Elbe-km 131 nach 50 km



Als wir Punkt 5 Uhr in Meißen ablegten, lag noch leichter Nebeldunst über der absolut stillen Elbe. Das Paddeln in dieser Morgenfrische war wieder einmal unbeschreiblich. Wie immer folgte jedes Boot von Anfang an seinem eigenen Rhythmus, so dass wir teilweise über viele Kilometer allein langhin paddelten. Petra und ich kennen die Strecke mittlerweile recht genau, also gab es nicht viel Neues zu sehen. Ohne Komplikationen, aber auch ohne Fotografie und ohne jegliche Höhepunkte, wenn man von dem doppelt gepaddelten Kilometer 121 / 121A absieht, fuhren wir die ersten 50 km ohne auszusteigen durch und machten bei Elbe-km 131 unsere erste Rast auf einer wunderschönen Sandbank. Als wir weiter fuhren, überholten uns auch schon die beiden Schnellpaddler Holger und Volker. Wir trafen sie dann in Torgau wieder, als sie gemütlich auf einer Bank saßen und den "Motor" mit einer Flasche Bier "schmierten".

In Torgau bei Elbe-km 155 gab es lecker Kuchen. Auch ein kurzes Abduschen war möglich, da die Hitze mittlerweile ganz schön wütete. Wie immer waren die Torgauer Sportfreunde ganz locker drauf und sehr freundlich. Danke nochmal. Auch durften wir diesmal zum Ein- und Aussteigen den Bootssteg der Ruderer benutzen, was eine große Erleichterung war.




Swiss Ruby
Pause bei Elbe-km 181 nach 100 km - Swiss Ruby passiert


Bis auf eine dritte Rast nach genau 100 km bei Elbe-km 181, wieder auf einer herrlichen Sandbank, wo uns das Luxusschiff "Swiss Ruby" überholte, gibt es nicht zu berichten. Hitze, paddeln, trinken und vor allem: diesmal keinerlei Wehwehchen. Aber 120 km Paddeln ohne Höhepunkte ist langweilig. So entschied jedenfals der Wettergott. Petra und mich erwischte es beinhart bei Elbe-km 198.5, kurz vor dem Tagesziel: in nur einer Minute verwandelte sich die "zahme Elbe" in das Gegenteil. Kein Regen, nein, einfach nur wahnsinns Windböen aus Nordost. Wir mussten unsere Paddel mit ganzer Kraft festhalten, damit sie uns nicht aus der Hand gerissen wurden. Atmen viel auch schwer. Wellengang entstand. Wir kämpften uns weiter um den langen Elbbogen. Wir waren in der Außenkurve und selbst das Unterlandfahren brachte null Punkte. Kurz vor der Fähre ließ der Spuk nach. Wer es nicht erlebt hat, glaubt es nicht. Die Paddler vor uns hatten Glück, die hinter uns erwischte es ebenfalls, aber wahrscheinlich noch etwas länger als uns.

Dann kam Routine: Duschen, Zelt aufbauen, Bierchen trinken, Stempel holen, Essen gehen. Und da war er wieder, diesmal der Gastro-Gott. Wir bestellten am Tisch Getränke, Volker, Holger, Ralf, Petra und ich. Die nette Serviererin nahte mit der Trommel voller Bier und Radler und: beglückte Ralf mit einem Stolper-Wahnsinnschluck direkt auf T-Shirt und Hose. Ergenbis: neu duschen, umziehen und ein Freigatränk für Ralf sowie Neubefüllung der Gläser auf der Trommel. Das Essen war aber Spitze und die Nachtruhe war auch gut.

Rosslau
Ankunft am Bootssteg des Roßlauer Paddlervereins Elbe-km 258

Am Sonntag schafften wir vier Roßlauer es wieder, Punkt 5 Uhr abzulegen, nachdem Morgentoilette, Frühstück, Zeltzusammenbau und Bootsvorbereitung abgeschlossen waren. Wenige waren schon vor uns auf dem Wasser, u. a. einige Kanuten aus Stralsund. Das Wetter war wie am Vortag, es sollte sogar gegen Mittag noch etwas heißer werden, aber es gab keinen Wind und keinen Regen und zum Glück auch kein Gewitter. Ohne nennenswerte Schmerzen konnten wir mit einigen "Bedürfnisanlandungen" zwischendurch bis Roßlau paddeln. Zuvor riefen wir aber 10 km vor Roßlau Silke und Heiko vom Roßlauer PV an. In Elster hatten wir zwar gefrühstückt, aber keinen Kaffee getrunken, so dass uns vor Müdigkeit das Paddeln etwas schwer fiel. Wir baten um eine große Thermoskanne voll Kaffee. Und wenn etwas klappen soll, dann klappt es bei Silke. Als wir unser Bootshaus bei Elbe-km 258 erreichten, empfingen uns einige Vereinsmitglieder mit der Vereinsfahne und Silke natürlich mit dem erbetenen Kaffee und zusätzlich zur Stärkung ein wenig Kuchen. Nochmals allerherzlichsten Dank. Auch der Begleitzug machte diesmal in Roßlau halt und war schon da, als wir ankamen. Petra zeigte dem Doc eine Blase am Daumen, der pustete zweimal drauf und sagte: "Weiterpaddeln".





Auflockerungslauf bei km 263
Kurze Auflockerungslauf bei Elbe-km 263 im heißen Sand


Wir hatten nun 177 km hinter uns. Vor uns lagen entweder noch 66 km bis Magdeburg oder 100 m bis zu unserem Bootshaus und 900 m bis nach Hause. Aber wer gibt schon so "kurz" vor dem Ziel auf. Also nach ganz kurzer Pause wieder rein in das Boot und weiter. Den Kaffee tranken wir dann 5 km weiter stromab auf einer riesigen Sandbank, auf der wir auch unsere Beine im heißen Sand im Laufschritt bewegen konnten.

Dann ging es nach Aken. Kurz vor Aken sichteten wir ein echtes Containerschnellschiff, neuedings der Schrecken aller Elbe-Paddler, das uns entgegen kam. Also Spritzdeck zu und los. Es war wegen des niedrigen Wasserstandes eines der wenigen Schiffe, die uns auf dieser Fahrt begegneten. Und genau wegen diesem Wasserstand konnte das Schiff auch nur im "Schritttempo" fahren, was wir von weitem allerdings nicht sehen konnten. Also Entwarnung, fast gar kein Wellengang.

In Aken stiegen wir nicht aus und machten uns gleich an die 5-Kilometer lange "Vogelschutzpassage" bei Steckby, eine der längsten "Geraden" auf der Elbe. Spiegelglattes Wasser, geringe Strömung, große Hitze, kein Wind, wenig Wolken. Erreichen wir bei normalem oder hohen Wasserstand 12-13 km/h beim Paddeln, so waren für uns jetzt nur 10 km/h möglich. So schafften wir auch Barby und erreichten bald den Elbe-km 300 und die Einfahrt zum Pretziener Wehr. Da wollten wir zwar nicht hin, waren aber doch zufrieden, dass uns hier keine Jet-Ski-Fahrer entgegen sprangen. Dafür kam das Erwachen nach der nächsten Kurve: bei Elbe-km 305 hatten die Schönebecker Motorsportfreunde eine Sandbuhne in Beschlag genommen und kurvten in wilden Achten mit ihren Motorbooten hin und her. Dabei zogen sie an einer Leine große aufgeblasene Reifen hintersich her, in denen Kinder saßen und sich auf dem Wasser hin und her schleudern ließen: für sie ganz amüsant, für uns doch sehr nervig. Da die Fahrer oft nach hinten sahen, ob denn das Anhängsel noch im Reifen saß, vergaßen sie wohl mitunter, dass es uns auch noch gab. Wir sind aber ohne anzuecken durchgekommen.

Bei Elbe-km 307 feierten wir eine kleine Schnapszahl ohne anzustoßen. Wir sind keine extremen Vielpaddler, und so werden viele der MMMM-Teilnehmer nur schmunzeln, aber bei Elbe-km 307 hatte ich in diesem Jahr meinen 1111. Kilometer im Paddelboot absolviert.

Der Rest bis Magdeburg sollte nur noch ein Klacks sein. Denkste. Wir hatten die Rechnung ohne die Jet-Ski-Fahrer gemacht, die uns ab Elbe-km 315 doch recht stark zusetzten. Wir empfanden es teilweise als recht gefährlich, was da ablief. Ausser dem Lärm und der Angeberei vor Publikum habe ich nichts gegen Motorsport. Aber §1 der Straßenverkehrsordnung sollte auch hier gelten: Allgemeine und gegenseitige Rücksichtnahme.

Wasserwandern in MD
Ich habe keine Wasserwanderschuhe mit ...
Wasserwandern MD
... gut, dann ziehe ich dich durch.


So kamen wir bei Elbe-km 323 an und rein in die alte Elbe. Am Ende des ausgebaggerten Grabens war "Wasserwandern" angesagt. Die Boote brauchten zwar nicht getragen werden, aber sie mussten an der Leine über die Sandbank gezogen werden. Die letzten Meter zum Bootshaus konnten wieder gepaddelt werden. Es war schon 18 Uhr und da niemand auf dem Bootsteg zu sehen war, nahmen wir an, die Letzten zu sein. Aber da standen noch Autos und ein halb beladener Bootswagen. Und plötzlich war auch schon der Doc da, machte wie von allen Ankömmlingen auch von uns das "Zielfoto" und half auch beim Ausbooten. Wir waren nicht die Letzten.


Wie schon erwähnt, waren alle MMMM-Teilnehmer wegen des Wasserstandes und der äußerst geringen Fließgeschwindigkeit der Elbe von etwas über 3 km/h 1-2 Stunden später am Ziel als gewohnt und voraus berechnet.




Der Kuchen war wie immer köstlich und die Gespräche mit den Kanuten interessant, teils sehr lustig. Die Urkunden werden wir in Ehren halten. Es hat wiedermal viel Spaß gemacht, die körperliche Anstrengung hielt sich in Grenzen. Dazu kam die Freude über neu kennengelernte Kanuten, die viel zu berichten hatten und natürlich über das Wiedersehen alter Freunde.

Ein bischen schade ist, dass ich in diesem Jahr so wenig Fotos gemacht habe und sicherlich nicht alle Teilnehmer auf den Chip und damit in die Bildergalerie bannen konnte, um noch mehr Eindrücke zu vermitteln.

Das soll aber niemenden abhalten, im nächsten Jahr wieder oder auch erstmalig dabei zu sein.


Bis dahin alles Gute wünscht Euch  Hagen.

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