Dom Meißen
Von der Dom-Stadt Meißen

Zum 19. Mal organisierten
diesen längsten Marathon
auf der Elbe die beiden
Dom-Stadt-Vereine

Sportgemeinschaft
Kanu-Meißen e. V.


Kanu Klub Börde
Magdeburg e. V.


    Der 19. MMMM am 06.+07.06.2009  


Paddeln

Und wieder hieß es: paddeln, paddeln, paddeln ....
.... ohne jegliche motorisierte Hilfe !

 

Und hier einige Impressionen

Fotos
Fotos


Dom Magdeburg
zur Dom-Stadt Magdeburg

Das neue Organisationsteam
unter Leitung von Norbert Rupp (Ruppi) musste sich bewähren.

Die Götter für das Wetter und für die Gesundheit stellten die Teilnehmer in diesem Jahr auf eine harte Probe.

Der 20. Jubiläums-MMMM 2010 findet auf jeden Fall statt.


Teilnehmergeschenk
Zur Erinnerung
MMMM 2009
Ruppi
Fahrtenleiter Norbert Rupp

Was gibt es schon noch Neues zum Anfang zu sagen: Wie immer kennen sich fast alle aus vorherigen Jahren, ein paar Neue sind auch wieder dabei: So z. B. ist Volker aus Brandenburg diesmal mit einer neuen Zweierpartnerin Christine angereist, Jens aus Coswig/Anh. will sich nach seiner "Kraftsport-Ära" nun im Ausdauersport beweisen und Jörg aus Gommern konnte nach zwei Teilnahmen im Einer nun erstmals seine Frau Andrea für eine MMMM-Zweierfahrt gewinnen. Petra, meine Frau und Zweierpartnerin der letzten Jahre, ist "nur" begleitende Autofahrerin und wie sich später zeigen sollte: für mich die Retterin in der Not.

Die Stimmung am Freitag, dem Anreisetag ist gelöst, es gibt viel zu erzählen. Ganz neu ist allerdings, dass die Fahrteneinweisung (wie immer gegen 20 Uhr) durch Norbert Rupp (Ruppi) durchgeführt wird, nachdem sich im Vorjahr das "alte Organisationsteam" verabschiedet hatte (siehe Bericht MMMM 2008) und sich die neue Organisatorin kurzfristig aus hier nicht zu diskutierenden Gründen zurückgezogen hatte. So springt Ruppi ein - und er will es nicht als "Aushilfe" machen, sondern diese Tradition auch in den nächsten Jahren fortführen. Alle Teilnehmer wünschen ihm dazu viel Gelingen.

Bereits gegen 22 Uhr haben sich die meisten Teilnehmer in die verschiedenen "Schlafplätze" zurückgezogen: oben im Bootshaus im Vereinsraum, auf Luftmatratzen in der Bootshalle zwischen Spinte und Boote, in die Zelte oder in die Autos, in denen das Schlafen möglich ist. Gegen 24:00 Uhr treffen die letzten Teilnehmer ein - die Stralsunder mit Bus und Hänger.

Die Nacht ist aussergewöhnlich ruhig, denn auf dem Nebengelände findet diemal keine Veranstaltung statt - damit auch kein Soundcheck, der uns schon so manches Jahr den Schlafnerv getötet hat.

3:45 Uhr klingeln die ersten Wecker. Waschen, Kaffee kochen, frühstücken - es ist kalt !!! So kalt war es zu einem MMMM wohl noch nie. Trotzdem ist das Wetter gut - leichter Wind aus SO, wenig Wolken, guter Wasserstand. Da mich das Wetter trotzdem nicht völlig überzeugt (so schön am frühen Morgen ?!) und meine linke Schulter nicht gerade zum straffen Durchpaddeln einläd, sitze ich kurz vor 5 Uhr als Erster im Boot.

Es ist sehr ruhig auf der Elbe, Natur pur - einmalig schön. Es ist eine extrem entspannende Sache, so früh auf der Elbe zu paddeln. Die erste Etappe bis Riesa (27 km) hat nur einen Makel: es ist so kalt, dass ich an den Fingern friere, der Rest ist gut "verpackt".

Riesa
Kurz vor Riesa

Dafür entschädigt die wunderschöne Einfahrt nach Riesa. Das Wetter spielt (noch) fantastisch mit. 20 km hinter Riesa überholen mich 3 Paddler, unter ihnen die "Meister des MMMM" aus Rothenburg: Friedrich und Hero. Keiner hat bisher öfter an diesem Marathon teilgenommen , als sie.

In Mühlberg (Elbe km 128), wo im vorigen Jahr noch eine Gierfähre verkehrte, haben die MMMM-Teilnahmer heute keine Gefahr zu befürchten: die Fähre ist ausser Betrieb, dafür kann man jetzt die neue Elbbrücke bewundern, die ein echter Hingucker ist. Und es trübt sich langsam ein und der Wind frischt auf. Bis Torgau sind es noch knapp 30 km.

Brücke Muehlberg
Neue Brücke in Mühlberg

Meine Schulter spielt inzwischen leicht verrückt. Aber ich habe Glück: Wolfgang aus Brandenburg (auch schon ein "Veteran" des MMMM) ist in der Nähe und durch eine längere Unterhaltung vergehen die Kilometer wie im Fluge. Als ich in Torgau ankomme ist klar: Hero, Friedrich und einige andere sind schon da, einige paddeln wie immer durch (es sind "nur" noch 45 km bis Elster), und ich: muss beim meiner 7. MMMM-Teilnahme erstmals abbrechen. Wie sich später herausstellt bin ich in diesem Jahr nicht der Einzige. Bald paddeln Hero und Friedrich weiter, denn sie wollen ja wie jedes Jahr heute nicht bis Elster, sondern gleich weiter bis Coswig, wo sie sich jedes Jahr mit ihrem alten Freund Peter Klapproth (übrigens Träger des Globus-Wanderpaddler-Abzeichens und in früheren Jahren auch Teilnehmer des MMMM) treffen. Aber etwas fehlt in diesem Jahr in Torgau: ach ja, es sind Volker und Holger auf der Bank mit ihrer obligatorischen Flasche Bier in der Hand. Aber Holger ist in diesem Jahr nicht dabei und Volker hat wohl seine neue Zweierpartnerin nicht zum Bier trinken überreden können. Gut so.

Heinz in Elster
Heinz in Elster (nach 120 km)
Wolfgang in Elster
Wolfgang in Elster (nach 120 km)

Also setzen Petra und ich per Auto nach Elster um und erleben eine Ankunft der ersten MMMM-Teilnahmer, die sich "gewaschen" hat. Denn mittlerweile hat der Wind auf West gedreht und von dorther eine Regenfront herangeschoben, bei der kein Hund auf die Straße will.

Die ersten sind Christine und Volker, dann kommen bald die ersten Einer, allen voran Heinz und Wolfgang. Lustig ist es nicht mehr, aber sie haben die erste Etappe, 120 km, geschafft. und morgen auf ein Neues !!!

Ein Problem neben Kälte, Wind, Regen und diverse gesundheitliche Probleme bei einigen MMMM-Teilnehmern kommt noch dazu: in Dessau ist am Sonntag Motorboot-Rennen und damit die Elbe ab ca. 9:00 Uhr gesperrt. Aber wer ist schon vor 9 in Dessau, das sind immerhin 60 km, und die wollen nach den heutigen Strapazen erstmal gepaddelt werden. Und Schnellpaddeln ist auch keine Lösung, denn in Dessau ist erst Halbzeit: bis Magdeburg sind es nochmal 64 km. Einige Teilnehmer wollen in Roßlau umsetzen, d. h. hinter der Schiffswerft bei Elbe-km 258 raus aus dem Boot, ca. 500m tragen und im Roßlauer Hafen wieder einsetzen. Man paddelt dann nochmal ca. 500m aus dem Hafen heraus, um 3 km hinter Dessau wieder die Elbe zu erreichen und hat dann die Motorboot-Rennstrecke "umpaddelt".

Am zweiten Tag, Sonntag, machen sich Petra und ich in Roßlau früh morgens auf die Spur, um die Umtragestelle für die "mutigen Bootstrager" zu erkunden. Das Einsetzen im Hafen ist wegen des glitschigen Abhanges problematisch. Nachdem wir dem Herrn vom Hafensicherheitsdienst von unserem Problem erzählt haben, sucht er mit uns eine passende Einsetzstelle im Hafen, aber "gut und günstig" gibts hier nicht. Trotzdem bereiteten wir den freundlichen Herrn darauf vor, dass wohl bald einige Unentwegte mit ihren Booten hier auftauchen könnten. Wir trollen uns also wieder zum Roßlauer Bootshaus (500 m Wasserlinie von der Ausstiegsstelle stromauf).

Nun muss erwähnt werden, dass Friedrich und Heinz schon kurz nach 8 Uhr Roßlau passierten. Sie waren am Vortag bis Coswig gefahren und konnten somit beizeiten hier sein, um der Sperrung der Elbe gegen 8:.30 Uhr zuvor zu kommen. (Sie sind gegen 15:00 Uhr bereits in Magdeburg). Die ersten in Elster gestarteten Boote passieren Roßlau kurz vor 11 Uhr. Einige sehen verblüffend frisch aus, andere haben nur noch das Ziel im Auge: Magdeburg. Noch 66 km - und seit gestern früh bis hierher schon 177 km in den Armen.

Einige Sportfreunde wollen tatsächlich nicht bis 13:00 warten und steigen zum Umsetzen aus. Wie sie es schaffen, können wir nicht beurteilen. Aber Christine hat mir einen kurzen Bericht vom Umtragen zugesandt:

"Volker und ich hatten eigentlich keine Lust, den schweren 2er mit 177km in den Armen meilenweit über Land zu schleppen. Wir sind also erst um 6:30 gestartet in der Hoffnung, pünktlich um 13:00 in Dessau auf den Durchlass zu lauern. Aber wir kamen schon um 11:30 dort an. Warten machte keinen Sinn. Also raus aus dem Boot und umgetragen. Irgendwie würden wir das schon schaffen. Nachdem wir das Boot mühsam durchs Gemüse (Brennesseln, Lehm und Sch...) gewuchtet hatten, begegneten wir dem Meister des Betriebsgeländes, der offensichtlich informiert war und uns den Weg zur Einsatzstelle zeigte. Die war allerdings wesentlich ekliger als die Ausstiegsstelle. Als er unsrere Schlepperei sah - 50m tragen, absetzen, 50m tragen usw. - verschwand er kurz und kam mit einem Handwagen zurück! Es gibt noch Leute, die mitdenken! Getreu dem Spruch "Schlecht gefahren ist immer noch besser als gut gelaufen, äh getragen" konnten wir nach 25min die Fahrt fortsetzen. Die hätten wir auch paddelnderweise gebraucht. Ungefähr um 17:50 sind wir - nicht mehr ganz so frisch - in Magdeburg angekommen."

Volker und Christine
Volker und Christine aus Brandenburg in Roßlau - nach 177 km frisch, als ob sie gerade eingestiegen sind. - kurz vor der Umtragestelle

Von den 4 Stralsundern haben gesundheitsbedingt schon zwei in Elster den MMMM beendet. Normalerweise ist der MMMM für die Kanuten aus dem Norden eine Vorbereitung auf ihren Hiddensee-Marathon, doch in diesem Jahr lief es für sie, wie auch für einige Andere, nicht so optimal. Gerhild und der "Neue" (Name kann ich nicht zuordnen), kommen in Roßlau noch an, brechen dann aber hier auch ab.

Gerhild
Gerhild aus Stralsund in Roßlau

 

Und hier endet mein diesjähriger Bericht, denn ab hier war ich nicht mehr dabei. Wenn mir Ruppi die echten "Ankömmlinge" zumailt, werde ich diesen Bericht noch einwenig erweitern.

Also bis zum nächsten Jahr zum großen 20. Jubiläums-MMMM. Ich hoffe auf passendes Wetter und eine Riesenbeteiligung. Der Rekord mit 62 Kanuten wurde 1999 erreicht - damals war es warm und es wehte aus Süd bis Ost.

Also: Trainieren - Anmelden (oder spontan anreisen) - Paddeln !

Sobald der Termin feststeht, werde ich ihn hier hinterlegen, ebenso die Anmelde-Adresse.

Es hat mal wieder Spaß gemacht, auch wenn meine Schulter immer noch nicht o. k. ist. Aber bis zum Juni 2010 werde ich es schon schaffen.

 

 


Tschüß aus Roßlau/Elbe sagt Hagen

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