Dom Meißen
Von der Dom-Stadt Meißen

Zum 18. Mal organisierten diesen längsten Marathon auf der Elbe die beiden Dom-Stadt-Vereine

Sportgemeinschaft
Kanu-Meißen e. V.


und

Kanu Klub Börde
Magdeburg e. V.


    Der 18. MMMM am 07.+08.06.2008  

Impressionen   GPS-Aufzeichnung
Impressionen vom
18. MMMM 2008
 
Route in Googel-Maps nach
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Dom Magdeburg
zur Dom-Stadt Magdeburg

Es war die "Abschiedstour" der beiden langjährigen Urgesteine der Veranstaltung Bernd Harberland und Dr. Volkmar Leipner.

Wir sagen DANKE!



Abschiedstrunk
Bernd Haberland
Fahrtenleiter Bernd Haberland

Alles war wie immer, Anreise am Freitag, die meisten Kanuten kannten sich bereits, einige "Neue" waren auch diesmal dabei. Auspacken, anmelden, aber etwas war diesmal anders: neben dem kleinen Aufkleber und einem Erinnerungsschlüsselanhänger gab es erstmals aus Sicherheitsgründen Startnummern für die Boote, um eine bessere Durchgangskontrolle der Teilnehmer an den verschiedenen Kontroll- und Sicherheitspunkten entlang der Strecke zu haben. Und nochwas war anders: jeder Teilnehmer bekam eine Flasche Wein mit einem "Erinnerungsumhänger", auf dem sich die zwei Urgesteine des MMMM, der jahrelange Fahrtenleiter Bernd Haberland vom KK Börde Magdeburg und jahrelange begleitende Arzt Dr. Volkmar Leipner von der SG Kanu-Meißen sich verabschiedeten: der 18. ist ihr letzter MMMM. Offiziell verkündete Bernd Haberland nach der obligatorischen Einweisung zur Fahrt (siehe auch Berichte aus früheren Jahren) die Abgabe der Verantwortung für Organisation und ärztliche Betreuung. Die MMMM Teilnehmer sagen Danke. Wir, Petra und ich, wünschen beiden alles Gute und viel Gesundheit für die Zukunft und hoffen auf eine optimale Weiterführung dieses Elbe-Klassikers durch die beiden veranstaltenden Vereine.

Wieviele echte Neulinge unter den 43 Teilnehmern diesmal dabei waren, kann ich gar nicht sagen. Der auffälligste Neuzugang war aber wohl der vollbärtige Schriftsteller und Jakutienpaddler Wolf Spillner, der ausserdem mit seinen 72 Jahren der älteste Teilnehmer in der MMMM-Geschichte war und diese Strecke auch bestens bewältigte.

Dr. Volkmar Leipner
Begleitarzt Dr. Volkmar Leipner

Ansonsten war am Samstag alles wie immer: 3:45 Uhr aufstehen, frisch machen, Sachen leise zusammenpacken (die unangemessene Ruhestörung im "Schlafsaal" ging nicht auf unser Konto!), Kaffee kochen, frühstücken und diverse Teile an Ruppis (Norbert Rupp) Auto abstellen. Seit Jahren ist Ruppi "der" Begleittransporter, wofür ihm ein deutliches Danke ausgesprochen werden muss. Zelte, Luftmatratzen, Schlafsäcke und andere Kleinigkeiten nimmt er für die Paddler mit, die keinen eigenen Begleiter haben (und sich zeitig genug bei ihm anmelden, denn auch seine Kapazität ist begrenzt).

Um 5:20 Uhr setzten wir endlich unser Boot bei Elbe-km 81 ein. Es war ein sehr ruhiger, schöner Morgen. Leichter Nebel lag über der Elbe, das Wasser war wärmer als die Luft und nur das gleichmäßige Eintauchen der Paddel zerschnitt die Ruhe. Der Wasserstand war gegenüber 2007 wesentlich höher (230 cm gegenüber 156 cm 2007) und somit für uns Paddler günstiger, die Hitze am ersten Tag war auch nicht so brutal wie im Vorjahr und der Wind hielt sich aus NO in Grenzen. Alles in Allem sehr gute Bedingungen für die ersten 120 km. Die Schifffahrt machte uns keine Probleme: trotz eines optimalen Wasserstandes begegneten uns auf 120 km nur 4 Schiffe. Dafür wurde uns die brutale Zerstörung der einmaligen Elblandschaft durch die "Sanierung" an teilweise voll intakten Uferabschnitten mit riesigen Steinbergen, teilweise schon am Ufer entlang verteilt, so bewusst wie noch nie. Hier wird mutwillig wider besseren Wissens eine der schönsten Landschaften Europas unwiederherstellbar zerstört. Wer die Elbe noch in seiner einmalige Natur kennenlernen möchte, sollte sich beeilen.

Nach dem wir bei Riesa (Elbe-km 107) und Belgern (Elbe-km 140) die Kontrollpunkte passiert hatten, war in Torgau bei Elbe-km 155 die Mittagspause angesetzt. Die Torgauer hatten vor 12:00 Uhr noch gar nicht mit uns gerechnet und kochten auf unser Bitten gleich einen Kaffee. Zu Mittag waren sie mit Erbsensuppe und Bockwurst auf uns vorbereitet - Danke an die fleißigen Frauen.


Handy-Entwässerung
Jörg muß sein Handy entwässern!

Wenn nichts passiert, ist alles langweilig. Aber es war nicht so: Jörg hatte auf den letzten Kilometern vor Torgau schon das Gefühl, das was nicht stimmt. Als ehemaliger Spitzensportler und immer noch äusserst aktiv dabei, kam ihm doch etwas spanisch vor und die brandenburger Seehunde Holger und Volker bemerkten auch, dass er hinten etwas "tief" saß. Die Sitzluke war innen trocken, aber nur Dank der Schotten, denn im hinteren Teil des Bootes war die Naht zwischen Ober und Unterteil seines Plastebootes defekt, so dass der hintere Teil des Bootes schon bis zur Hälfte voll Wasser gelaufen war. Ein Bild vom Boot werde ich nicht ins Internet stellen, da ich den Hersteller persönlich kenne und ihn nicht in Verlegenheit bringen möchte, zumal seine Boote eigentlich einen guten Ruf haben. Das Wasser wurde ausgekippt, das Handy wurde "entwässert", das Zelt zum Trocknen ausgebreitet und Volker hatte Klebeband zum notdürftigen Reparieren bei. Jörg paddelte später weiter.

Die letzten 50 km am ersten Tag fielen nicht so schwer, zumal wir die Möglichkeit hatten, mal mit Wolf aus Ludwigslust, mal mit Friedrich aus Rotenburg oder mal mit Gerhild aus Stralsund zu plaudern.

In Elster ging es wie jedes Jahr: ankommen, duschen, Zelt aufbauen, zwischendurch einige Fotos schießen, Zeltplatzgebühren bezahlen, Stempel holen, etwas plaudern, Abendessen fassen. Hero und Friedrich aus Rotenburg sind wie fast jedes Jahr nach einer kurzen Pause in Elster weiter nach Coswig (36 km) gepaddelt - das macht dann 156 km am ersten Tag!

Bei uns gab es Routine: 20:15 Uhr schlafen gehen, 3:50 Uhr aufstehen, frisch machen, Zelt abbauen, Kaffee kochen, frühstücken, Boot beladen und um 5:15 lospaddeln.

Ankuft in Elster
Carola und Uwe (zum 2. Mal dabei) - Ankunft Elster

Heute zeigte sich kein Nebel, es war von Anfang an wärmer und das Wasser zeigte schon erste kleine Bewegeungen. Und so wurde dieser Tag etwas beschwerlicher: der Wind kam zunehmend aus N und die Stärke nahm auch zu. Somit taten wir, was zu tun war: paddeln, paddeln, paddeln. In Coswig fand an dem Wochende der Elbetag statt: ein großes Banner, das über frisch verteilte Steinmassen am linken Elbufer kurz vor Coswig ausgebreitet war, macht auf die sinnlose Naturzerstörung und Geldverschwendung aufmerksam. Auch wir waren über diese Baumaßnahme an diesem Elbabschnitt erschüttert, zumal hier viele Besucher des Dessau Wörlitzer Gartenreiches nicht gerade den besten Eindruck von der berühmten Elblandschaft bekommen werden. Die Steinhaufen begleiten uns durch ganz Sachsen-Anhalt - eigentlich ein Skandal!

Als wir nach ca. 40 km die erste Pause zur Auflockerung der Beine beendeten und schon wieder mitten auf der Elbe waren, bemerkte ich, dass meine Uhr, die ich zum Eincremen mit Sonnenschutz abgemacht hatte, nicht am Arm war: sie lag noch auf dem vorderen Boot. Nochmal ranfahren? Nein! Petra kletterte aus ihre Luke nach vorn und konnte die Uhr "retten", so ganz ohne war das nicht.

An Roßlau, unserer Heimatstadt, das Bootshaus zum Anfassen nahe, fuhren wir nach immerhin 177 km seit Meißen vorbei, denn wenn wir bis hierher gekommen sind, schaffen wir die letzten 66 km auch noch - oder?

Kurz vor Brambach ( Elbe km 266) wurde das Sitzen zu einer Qual - Aussteigen war angesagt. Eine ganze Gruppe von Motorbooten aus Dessau fuhr vorbei, zeigte sich den Mittagsgästen auf den Elbterassen in Brambach, wendeten und fuhren wieder stromauf nach Dessau. Sportlich, sportlich!

In Aken war die Mittagspause des zweiten Tages angesetzt. Wie uns mitgeteilt wurde, hatten sich die Sportfreunde des Köthener Kanu Clubs sehr gut auf die MMMM-Teilnehmer vorbereitet - vielen Dank auch dafür - aber da wir gerade an Land waren, fuhren Petra und ich weiter. Die lange Strecke durch das Biossphärengebiet lief windtechnisch gut, danach aber wurde es zunehmend heftiger. Die Elbe zeigte hinter Barby nicht nur kleine Unruhen, sondern Wellen, die dann kurz vor Schönebeck ihren Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes erreichten, als uns ein Schnellcontainerschiff entgegenkam. Kampf den Gewalten, nach rund 220 km seit Meißen. Fotos kann man da schlecht machen, man könnte umkippen, zumindest würde der Fotoapperat Wasser ziehen. (Beim Anpaddeln 2008 zwischen Coswig und Dessau ist ein erfahrener Paddler beim Passieren eines solchen Ungetüms gekenntert - ich selbst bin damals ausgestiegen und musste mich gemeinsam mit einem weiteren ausgestiegenen Vereinskameraden als "Weicheier" beschimpfen lassen ;-)

Gschlampert
Antje und Hartmut ( zum 10. Mal dabei) - Elbe km 296 - bei Nordwind nach Norden paddeln !


Die letzten 10 km bis Magdeburg war Gegenwind. Als wir nach 12 1/2 Stunden Paddelszeit beim KK Börde ankamen, war die Hälfte der Paddler schon da, die anderen kamen nach uns. Aber um den Sieg geht es nicht, ausser dem Sieg gegen den eigenen Schweinehund. Von der Ankunft habe ich in diesem Jahr keine Fotos, denn es war doch anstrengender als erwartet.

Nach dem Auspacken des Bootes, dem Duschen, dem Aufladen der Boote und dem Kaffeetrinken und Kuchenessen (Danke den Magdeburgern - der Kaffee tat extrem gut) ging es uns schon viel besser. Nach dem Stempeln, dem Erinnerungsfotografieren und dem Verabschieden ging es auf den Weg nach Hause.

Abschied von den Urgesteinen
Abschied von den MMMM-Urgesteinen Volkmar und Bernd nach dem 18. MMMM am 08.06.2008


Es war wieder mal ein Erlebnis.

Bild links: v.l.n.r
(Wir) Hagen und Petra Zutz
Dr. Volkmar Leipner
Norbert (Ruppi) Rupp
Bernd Haberland
Carola und Uwe Zutz


Im nächsten Jahr müssen neue Organisatoren ran. Wir hoffen, dass die MMMM-Tradition fortgeführt wird und ein Klassiker auf der Elbe bleibt. Dazu den neuen Organisatoren viel Erfolg.




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